Minidienst und Beerdigung

Mit einfachen Definitionen kann man das Thema „Beerdigung“ in der Minigruppe nicht angehen. Es geht um mehr als nur ein paar erklärende Sätze, weil unser Umgang mit Sterben und Tod schwierig geworden ist. Trotzdem ist es auf jeden Fall ein Thema, das sich lohnt auch mit jüngeren Minis zu behandeln. Hier ein paar praktische Ideen.

Tod und Beerdigung werden in unserem Alltag oft tabuisiert und verdrängt. Wer möchte sich denn auch mit dem oft plötzlichen Ende des Lebens auseinandersetzen?
Ist damit doch so oft tiefer Schmerz und Trauer verbunden. Früher wurde der Tod als Teil des Lebens angesehen, heute fällt es den Menschen sehr schwer darüber zu reden.
Es wird oft verleugnet, in die weite Ferne geschoben und mit falschen Hoffnungen beschönigt, um dem endgültigen Ende nicht ins Auge blicken zu müssen.
Doch das verbaut den Menschen heutzutage die Chance mit dem Tod zurecht zu kommen. Gerade bei Kindern ist es notwendig, sie behutsam in diese Situation hineinzunehmen.
Und auch bei euch als Minis ist das Thema Tod, besonders wenn ihr bei Beerdigungen ministrieren müsst, zugegen.
Aber wie geht man das Thema an? Wie nimmt man den Jüngeren die Angst vor dem Friedhof und der Beerdigung?

Friedhofsbesuch

Hilfreich ist oft ein Besuch auf dem Friedhof bei Tag. Denn meistens wird der Friedhof als dunkler, unheimlicher Ort wahrgenommen, auf dem die Toten „schlafen“, so wie es uns manche Hollywoodfilme zeigen. Das Ganze bei anderem Licht zu betrachten, kann ein gutes Stück der Unsicherheit und Angst nehmen.
Die Kinder können sich in Ruhe umschauen und ihren eigenen Gedanken nachgehen.
Hilfreich kann auch sein, wenn man, bevor man auf den Friedhof geht, den Impuls in die Runde wirft, was für ein Leben der jeweilige Mensch hatte, der unter einem Grabstein liegt.
Dann kann es auch Spaß machen ruhig über den Friedhof zu schlendern. Allerdings sollten die Minis dabei nie den Respekt und die Achtung vor diesen Menschen verlieren.

Erfahrungsaustausch

Viele der Kinder haben bereits Erfahrungen mit Tod und Beerdigung gemacht. Vielleicht beim Verlust eines Großelternteils oder anderer Angehöriger.
Deshalb wäre es auch möglich, sie von den eigenen Erfahrungen berichten zu lassen, damit sie sich eher verstanden fühlen.
Auch die anderen Minis können so sehen, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Hilfreich ist es, wenn nicht nur die Kinder erzählen, sondern auch ihr als Gruppenleiter*innen von euren Erfahrungen berichtet.
Was ihr beispielsweise beim Ministrieren auf Beerdigungen erlebt habt, ob Trauriges oder Witziges, kann den Jüngeren den Zugang zum Minidienst bei Beerdigungen ebnen.

Kontakt zu Experten

Ihr könntet auch einen Termin mit einem Bestattungsunternehmen vereinbaren oder ein Gespräch mit dem Pfarrer führen, der den Jüngeren erklären kann, was es mit der Beerdigung auf sich hat, wie sie abläuft und welche besonderen Aufgaben man in deren Ablauf als Ministrant*in hat.
Auch Mitarbeiter*innen in Blumenläden treffen häufig auf trauernde Menschen und können von ihren Erfahrungen berichten.

Wichtig ist, dass ihr mit Sensibilität an das Thema heran geht und euren Minis klar macht, dass Tod und Beerdigung wie alles andere zum Leben dazu gehören. Dass es völlig normal ist davor Angst zu haben, man sich aber damit auseinander setzen muss, um es besser zu verstehen.
Und dass es eben mit einer kurzen Definition nicht getan ist.

Autorin: Alexa Mayer

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