Künstler sein ...

Verschiedene Impulstexte

Hallo Gott!

Vorhang auf, Licht an, Bühne frei! Hallo Gott! Du hast mir ein ganz spezielles Talent geschenkt.
Heute zeige ich dir, was ich besonders gut kann. Ich danke dir für diese Gabe!

Der Clown

Ein Mann kam mit seiner schwerkranken Tochter in ein Krankenhaus. Sie hatte seit Tagen nichts gegessen und nur noch vor Schmerzen geweint. Eine Krankenschwester brachte die beiden in ein kleines Zimmer. „Der Doktor kommt, sobald er Zeit hat“, erklärte sie mit
einem aufgesetzten Lächeln und schloss die Tür. Dem Mann kam es vor wie eine Ewigkeit, bis endlich die Tür wieder aufging und ein Arzt das Zimmer betrat. Er untersuchte das Mädchen kurz und meinte dann: „Ich werde für morgen einen Termin für eine ausführliche Untersuchung ansetzen.
Die Schwester bringt ihr etwas gegen die Schmerzen.“ Der Mann versuchte zu protestieren und wollte, dass die Untersuchung sofort stattfand.
Aber der Arzt war schon im nächsten Zimmer.
Als seine Tochter am Abend eingeschlafen war, ging der Mann in die Kantine des Krankenhauses um etwas zu essen. Kaum dass er saß, näherte sich ein Clown und nahm neben ihm Platz. Der Mann stieß verächtlich die Luft aus und sagte: „Sie haben sich wohl verirrt?“ Der Clown lächelte und antwortete: „Oh nein, ich arbeite hier.“ Da wurde der Mann wütend und schrie: „So werfen sie hier also das Geld aus dem Fenster! Bezahlen einen
lächerlichen Clown, anstatt zusätzliche Ärzte einzustellen!“
Am nächsten Morgen wachte der Mann sehr früh auf. Zuerst wusste er nicht, wo er war. Doch dann sah er auf dem Bett gegenüber seine Tochter sitzen. Sie lachte und streckte ihre Hände nach einem Ballon aus, den ihr der Clown entgegenhielt. Als der Clown merkte, dass der Mann wach war, drehte er sich um und sagte lächelnd: „Das ist die Kunst, die ich beherrsche. Manche finden das lächerlich. Aber wenn ich Kinder damit glücklich
mache, da kann ich manchmal besser helfen, als mancher Arzt.“

Streng nach Drehbuch?

„Vater Unser im Himmel“ – ich kann den Text in- und auswendig. Das Drehbuch ist uralt.
„Geheiligt werde dein Name“ – blabla.
„Dein Reich komme“ – ich rede einfach. Denke nicht darüber nach.
„Dein Wille geschehe“ – was habe ich gerade eigentlich gesagt?
„Wie im Himmel, so auf Erden“ – warum eigentlich? Ich weiß ja gar nicht, wie es da ist.
Also nochmal anders: „Wie in meinen Träumen, so soll es hier auch sein.“
Ich improvisiere, weiche ab vom Drehbuch. „Gib allen Menschen genug zu essen.“
„Tut mir Leid, Gott, dass ich Scheiße gebaut habe. Ich nehme Caro die Beleidigung von
gestern auch nicht mehr übel.“ Ah, jetzt bedeutet der Teil auch mal was für mich.
„Und führe uns nicht in Versuchung“. Wie denn? Ich probier‘s mal so: „Lass mich einfach
cool bleiben, wenn ich provoziert werde.“
Wie übersetze ich nur den nächsten Satz? „Hilf uns, die Welt besser zu machen.“
„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“ Ich habe tatsächlich noch nie über diesen Satz nachgedacht. Immer nur runtergerattert.
Endlich habe ich es verstanden! Ich sollte viel öfter improvisieren!
Amen.

Herr, lass uns Künstler sein

Herr, lass uns Maler sein,
die den Menschen mit ihren Bildern die Augen für die Schönheit deiner Schöpfung öffnen.
Herr, lass uns Bildhauer sein,
die den Menschen mit ihren Statuen die Sinne für ihre Mitmenschen öffnen.
Herr, lass uns Musiker sein,
die den Menschen mit ihren Tönen die Ohren für die Melodie des Lebens öffnen.
Herr, lass uns Schauspieler sein,
die den Menschen mit ihren Theaterstücken die Herzen für deine Liebe öffnen.

von Rebekka Breuer aus [a'ha:] 01/2014 

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