Gebet - in der Gruppenstunde

Wie startet ihr eure Minigruppenstunde? Habt ihr Rituale in eurer Gruppenstunde? Habt ihr euch schon mal überlegt, ein Gebet zum Ritual werden zu lassen?

Eine ganz normale Gruppenstunde, donnerstags um 17 Uhr. 12 Minis kommen, mit Freud und Leid aus der ganzen Woche zu euch und freuen sich auf eine coole Gruppenstunde. Jeder hat etwas anderes erlebt, der eine einen tollen Geburtstag und eine gute Note in der letzten Klassenarbeit, der andere eher Negatives, z. B. beim Streit mit seinem besten Freund oder weil er von seinen Mitschülern geärgert wurde.

All das bringen die Minis mit in ihre Gruppenstunde und all das erfreut oder belastet sie. Damit müsst ihr umgehen!
Vielleicht ist es dabei gut, sich zu erinnern, dass ihr Minis seid und zu eurer Arbeit die drei Säulen der Miniarbeit gehören.
Diese sind Persönlichkeit, Gemeinschaft und Liturgie. Es ist gut, sich diese drei Säulen zur Hilfe zu nehmen, um mit den Kindern in eine gute Gruppenstunde zu starten. Denn jedes der Kinder bringt als eigene Persönlichkeit Erfahrungen der Woche mit sich, zu euch in eure Gruppe und Gemeinschaft.
Gemeinsam mit Gott könnt ihr diese Erfahrungen teilen und so Liturgie auch spürbar und erfahrbar bei euch in der Gruppenstunde anwenden.

Doch wie geht das?

Liturgie in der Gruppenstunde erfahrbar machen geht ganz einfach beispielsweise durch Gebete oder Lieder.
Diese könnt ihr zu einem festen Ritual in eurer Gruppenstunde werden lassen. Lasst die Minis 2-3 Lieder aus dem Gotteslob oder einem anderen kirchlichen Liederbuch suchen und singt diese gemeinsam. Oder startet mit einem Gebet.

Gebete sind Gespräche mit Gott. Es sind Worte, Bitten, Lob und Dank, die ihr vor Gott bringen wollt. In unserem Leben als Christen vertrauen wir uns Gott an, weil wir wissen, dass Gott uns hilft und uns zur Seite steht.
Gott ist immer da für uns, egal ob in guten oder schlechten Zeiten, ob wir uns freuen oder traurig sind. Gott hilft uns und gibt uns die Zuversicht, dass er sich um
alles kümmert, worum wir ihn bitten. Denn so sagt Jesus in Lk 11, 9-10 „Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.“

Mit dieser Zuversicht dürfen wir zu Gott kommen und ihm alles übergeben, was uns auf dem Herzen liegt.
Beten braucht keine vorgefertigten Texte. Sprecht mit Gott wie zu euren eigenen Eltern. Fällt euch mal nichts ein oder nur ein kurzer Satz, dann ist
auch das ok. Eure Gebete könntet ihr beispielsweise mit folgenden Sätzen beginnen:
„Oh Gott, lass nicht zu, dass …“ oder „Oh Gott, steh mir bei …“ oder „Guter Gott, danke für …“ oder „Gott, schön, dass du mir heute bei … geholfen hast.“

Euer Gebet könnt ihr einen festen Bestandteil eurer Gruppenstunde werden lassen. Ihr könnt mit einer so genannten Gebetsgemeinschaft
in eure Gruppenstunde starten. Dabei erzählt jeder kurz, was er erlebt hat, wofür er danken oder und was er bitten möchte.
Im Anschluss daran könnt ihr diesen Dank und die Bitten nutzen um füreinander und miteinander zu beten, das stärkt jeden einzelnen aber auch eure Gemeinschaft
sowie euren Zusammenhalt.

Wollt ihr einmal eine größere Einheit zum Thema Gebete machen, über die komplette Stunde hinweg?
Dann haben wir folgende Vorschläge für euch.

Schaut euch einmal gemeinsam das Vater unser an. Druckt es als einzelne Sätze auf Papier aus. In der ersten Runde sortiert ihr die Satzfetzen in die richtige Reihenfolge, anschließend schaut ihr euch die einzelnen Satzfetzen nochmals im Detail an. Was sagen sie euch und wie kann das greifbar und konkret werden. Was heißt z. B. für euch „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“? 

Gestaltet gemeinsam einen Gebetswürfel (Anleitung) oder ein Heftchen mit Gebeten zu besonderen Anlässen.

Dies können beispielsweise Gebete rund um das Jahr/ den Jahreskreis sein, Gebete für den Morgen oder Tischgebete.

Diesen Würfel könnt ihr dann z. B. auf eure Freizeiten mitnehmen und ihn vor dem Essen zur Wahl eines Tischgebetes nutzen.

Eine weitere Idee wäre die Gestaltung einer Gebetssammlung oder ein spezielles Gebet, das ihr gemeinsam in der Sakristei immer vor Beginn eines Gottesdienstes betet.

Interessant ist sicherlich jedoch auch der Blick über die Gemeinde hinaus. Informiert euch einmal, wie in anderen Religionen gebetet wird und welche  "Standardgebete“ es dort gibt.

Zu besonderen Anlässen wird in der Kirche Weihrauch verwendet, auch das ist eine Form des Gebetes.
Bastelt eure eigenen Weihrauchschalen aus Tontöpfen, malt diese an und füllt sie mit Sand. Nun könnt ihr Kohlen anzünden und Weihrauch darauf legen.
Sprecht ein Gebet und legt für jede Bitte ein Weihrauchkörnchen auf die Kohlen. (Vorsicht in öffentlichen Räumen mit Rauchmeldern!)

Ihr seht, beten ist einfach und kann in vielfältiger Art und Weise, zu jeglichen Uhrzeiten und in jeder Lebenslage getan werden.
Probiert es einfach einmal mit euren Minis in der Gruppenstunde aus und schaut, was für euch passend ist.
Wir wünschen euch Gottes Segen und Begleitung dazu! 

von Michael Kleemann aus [a'ha:] 02/2015

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